Die Photoshop-Filter Teil 12


Lustige Karikaturen mit dem Verflüssigen-Befehl
Was der Straßenkünstler in seinen Karikaturen kann, können Sie mit Photoshop schon lange. Mit dem Verflüssigen-Befehl manipulieren Sie Bilder nach Belieben und können Ihren Freunden auf Bildern mal eben eine Knollnasen oder Segelohren verpassen.

Mit dem Befehl „Verflüssigen“ machen Sie Ihre Bilder in der Tat flüssig. So können Sie das Bild partiell verkrümmen, in einen Strudel ziehen, ausdehnen, zusammenziehen und verschieben. Diese Effekte lassen tolle Karikaturzeichnungen zu, die Sie sonst nur aus Zeitschriften oder von Straßenkünstlern kennen. Die einzelnen Werkzeuge des Befehls lassen sich jedoch auch nutzen, um zum Beispiel einen Text einer unglatten Oberfläche, wie einem T-Shirt anzupassen. Wählen Sie im Menü „Filter“ den Eintrag „Verflüssigen“ („Liquify“) um zum Verflüssigen-Dialog zu gelangen.

Der Verlfüssigen-Dialog:
 

Wie beim Extrahieren-Befehl, den wir bereits im elften Teil des Artikels vorgestellt haben, finden Sie auf der rechten Seite die Optionen „Werkzeugspitzengröße“ („Brush Size“) sowie zusätzlich den Parameter „Werkzeugdruck“ („Brush Pressure“). Hiermit definieren Sie wie gewohnt die Breite und die Intensität der verwendeten Werkzeugspitze. Ebenso analog zum Extrahieren-Dialog, befindet sich auf der linken Seite die Werkzeugleiste. Halten Sie die Maus für ein paar Sekunden über ein Symbol, um den Namen des Werkzeuges an Hand eines Tooltips zu erfahren. Wenn Sie einen Bereich vergrößern wollen, wählen Sie das Zoom-Werkzeug aus und klicken im Bild an die entsprechende Position. Zum Verkleinern halten Sie beim Betätigen der linken Maustaste zusätzlich die Alt-Taste gedrückt. Mit dem Handwerkzeug verschieben Sie durch Ziehen den sichtbaren Bereich im Vorschaubild. Unten links im Dialog können Sie zudem den Zoomfaktor über eine Drop-Down-Liste verwalten.
Wählen Sie das Werkzeug „Verkrümmung“ („Warp“) aus, wenn Sie Pixel in eine bestimmte Richtung ziehen und gerade Linien dadurch krümmen wollen. Mit dem Werkzeug „Turbolenzen“ („Turbulence“) erzeugen Sie neben der Verschiebung von Pixeln zusätzlich Bildverwirbelungen. Die Intensität der Verwirblungen können Sie rechts unterhalb der Option für den Werkzeugdruck beeinflussen.
Die Werkzeuge „Strudel Uhrzeigersinn“ („Twirl Clockwise“) und „Strudel gegen Uhrzeigersinn“ („Twirl Counter Clockwise“) ermöglichen das Erzeugen von Strudeln. Klicken Sie dafür in das Bild an die gewünschte Stelle und halten Sie die Maustaste gedrückt. Je länger Sie die Maustaste gedrückt halten umso mehr wird sich der Strudel ausbilden. Durch die Anwendung des Werkzeuges „Zusammenziehen“ („Pucker“) werden die Bildpunkte zum Mittelpunkt der Werkzeugspitze gezogen. Wiederum erzeugen Sie durch längeres Drücken einen stärkeren Effekt. Das Pendant dazu ist das Werkzeug „Aufblasen“ („Bloat“). Hiermit wölbt sich der unter der Werkzeugspitze befindliche Bereich. Mit „Pixel verschieben“ („Shift Pixels“) können Sie Bildbereiche zur Seite drücken. Durch das Werkzeug „Reflexion“ („Reflection“) lassen Sie Bildteile entstehen, die so aussehen, als würde etwas in einer glänzenden Oberfläche reflektieren.
Wenn Sie zu stark verflüssigt haben, können Sie Bildteile mit dem Werkzeug „Rekonstruieren“ („Reconstruct“) wiederherstellen. Alternativ können Sie rechts über die Schaltfläche „Wiederherstellen“ („Revert“) das gesamte Originalbild zurückerhalten. Der angrenzende Button „Rekonstruieren“ („Reconstruct“) stellt das Originalbild unter Verwendung des ausgewählten Modus teils wieder her. Um Bildbereiche vor der Verflüssigung zu schützen, können Sie das „Fixierungswerkzeug“ („Freeze“) nutzen. Das Werkzeug markiert einen Bildbereich farblich. Die Farbe legen Sie rechts unten in den Ansichtsoptionen unter „Farbe fixieren“ („Freeze Color“) fest. Zum Lösen eines fixierten Bereiches verwenden Sie den „Fixierungslöser“ („Thaw“). Dieser entfernt die Markierung und damit den Schutz vor Verflüssigung des Bildbereiches. Wenn Sie alle geschützten Bereiche entfernen wollen, können Sie dies rechts über die Schaltfläche „Gesamte Fixierung lösen“ („Thaw all“) machen. Mit der Schaltfläche „Umkehren“ („Invert“) invertieren Sie den markierten Bereich im Bild.
Unter den Ansichtsoptionen befinden sich einige weitere nützliche Hilfen. Wählen Sie die Option „Gitter einblenden“ („Mesh“) an und das Bild wird von einem Gitternetz überzogen. Wie fein dieses Gitternetz ist, bestimmen Sie über die Drop-Down-Liste „Gittergröße“ („Mesh Size“). Direkt unterhalb der Liste können Sie eine Gitterfarbe festlegen. Alle Verflüssigungen wirken sich unmittelbar auf das Gitter mit aus. Das hat den Vorteil, dass sie sonst kaum sichtbare Verzerrungen im Bild, beispielsweise auf fast eintönigen Flächen oder am Bildrand, ausfindig machen können. Die erstellten Gitter lassen sich speichern. Diese können Sie bei Bedarf erneut laden und auf das gleiche oder ein anderes Bild anwenden. Für das Laden und Speichern stehen Ihnen rechts oben im Dialog entsprechende Schaltflächen zur Verfügung. Die Option „Backdrop“ ermöglicht das Einblenden des Originalbildes mit der angegebenen Deckkraft. So können Sie über den Deckkraft-Schieberegler beliebig zwischen dem Original und dem manipuliertem Bild umschalten.

Wenn Sie den Einsatz eines Effektes zu sehr übertreiben, entstehen im Bild sehr schnell Pixelstreifen. Das liegt daran, dass die Pixel irgendwann zu stark auseinander gezogen werden. Der Betrachter wird diese unnatürlich erscheinenden Bereiche sofort bemerken. Um das Auftreten von Pixelstreifen zu verhindern bzw. zumindest herauszuzögern sollten Sie stets eine 4- bis 8-fache höhere Auflösung während der Bearbeitung verwenden, als Sie für die gewünschte Ausgabe später benötigen.

Im letzten Teil der Serie über die Photoshop-Filter wollen wir uns ausgiebig mit dem Mustergenerator auseinandersetzen. Erlernen Sie das Erstellen von Kachelmustern sowie Vorgabemustern für die weitere Verwendung in Photoshop.