Die Photoshop-Filter Teil 5


Die Weich- und Scharfzeichnungsfilter im Überblick
Verschwommene oder zu kontrastreiche Urlaubsfotos erleben mit den unterschiedlichen Weich- und Scharfzeichnungsfiltern ein wahres Facelifting. Aber nicht nur bei Ihren Urlaubsfotos lohnt sich der Einsatz der hier vorzustellenden Filter.
Wenn die Urlaubsfotos zu verschwommen sind oder aber kleine Bildstörungen vertuscht werden sollen, dann sind Sie bei den Scharf- und Weichzeichnungsfilter genau richtig. Gerade die Weichzeichnungsfilter müssen aber nicht auf dieses Einsatzgebiet beschränkt werden. So lassen sich viele natürlich auftretende Unschärfen simulieren wie die Bewegungsunschärfe oder die kurzzeitig auftretende Unschärfe beim Zoomen einer Kamera.

Links im Bild sehen Sie unsere Ausgangsgrafik, auf die wir nun unsere Filter anwenden wollen. Wenn Sie andere Teile des Artikels bereits gelesen haben, sollte Ihnen die Grafik bereits bekannt vorkommen.

Alle Weichzeichnungsfilter finden Sie im Menü „Filter“ unter „Weichzeichnungsfilter“ („Blur“).

Bewegungsunschärfe („Motion Blur“) verwischt ein Bild in die angegebene Richtung mit der gewählten Intensität. Der Effekt entspricht der fotografischen Aufnahme eines beweglichen Objektes mit fester Belichtungszeit.
Der Filter Gaußscher Weichzeichner („Gaussian Blur“) zeichnet ein Bild um einen angegebenen Wert weich. Der Filter fügt dabei frequenzarme Details hinzu und kann so einen verschwommenen Effekt erzielen.
Mit dem Filter Radialer Weichzeichner („Radial Blur“) simulieren Sie die Unschärfe einer zoomenden oder drehenden Kamera. Für den Effekt der drehenden Kamera wählen Sie die Option „Kreisförmig“ („Spin“). Bei der Auswahl „Kreisförmig“ bestimmt der Schieberegler den Grad der Drehung. Mit der Option „Strahlenförmig“ („Zoom“) simulieren Sie die besagte Unschärfe beim Zoomen einer Kamera. Der Schieberegler bestimmt in diesem Fall die Intensität des Zoom-Effekts.  Für die Qualität des Weichzeichnens stehen Ihnen drei Optionen zur Auswahl. Unter „Entwurf“ („Draft“) erhalten Sie ein sehr schnelles, aber grobes Ergebnis. Mit den Einstellungen „Gut“ („Good“) und „Sehr gut“ „(„Best“) erhalten Sie kaum sichtbare Übergänge. Im Feld „Mittelpunkt“ („Blur Center“) können Sie per Drag & Drop den Ausgangspunkt der Weichzeichnung definieren.
Der Filter Selektiver Weichzeichner („Smart Blur“) dient zum präzisen Weichzeichnen eines Bildes. Neben der Qualität bestimmen Sie unter Modus, ob die Auswahl auf das gesamte Bild („Normal“) oder die Kanten angewendet werden soll. Der Modus „Nur Kanten“ („Edge Only“) erzeugt schwarz-weiße Kanten an Stellen mit deutlichem Kontrast. Der letzte Modus „Ineinanderkopieren“ („Overlay Edge“) verwendet lediglich weiße Kanten. Wählen Sie zudem über einem Schieberegler den Schwellenwert. Dieser bestimmt wie deutlich Pixelübergänge sein müssen, damit der Filter darauf angewendet wird.
Stark Weichzeichnen („Blur More“) beseitigt im Bild Störungen an Stellen mit deutlichen Farbübergängen. Die Übergänge werden dabei geglättet, indem Durchschnittswerte der aneinander liegenden Pixel berechnet werden.
Der Filter Weichzeichnen („Blur“) reagiert wie der Filter „Stark Weichzeichnen“, ist jedoch vom Effekt drei bis vier Mal schwächer.

Wenn Sie einen Weichzeichnungsfilter auf die Kanten einer Ebene anwenden wollen, muss die Option „Transparente Pixel fixieren“ in der Ebenen-Palette deaktiviert sein. Dem Weichzeichnungsfilter stehen die Scharfzeichnungsfilter gegenüber. Sie sorgen für Schärfere Konturen in verschwommenen Bildern, indem der Kontrast benachbarter Pixel erhöht wird. Die Scharfzeichnungsfilter finden Sie im Untermenü „Scharfzeichnungsfilter“ („Sharpen“).

Konturen scharfzeichnen („Sharpen Edges“) ermittelt wie die Weichzeichner „Weichzeichnen“ und „Stark Weichzeichnen“ deutliche Farbübergänge und zeichnet diese scharf. Dabei werden in diesem Filter nur Kantenübergänge berücksichtigt.
Der Filter Scharfzeichnen („Sharpen“) erhöht den Kontrast benachbarter Pixel und sorgt so für ein schärferes und klareres Bild.
Mit Stark scharfzeichnen („Sharpen More“) erreichen Sie den gleichen Effekt wie mit „Scharfzeichnen“, nur um ein vielfaches stärker.
Der Filter Unscharf maskieren („Unsharp Mask“) bietet sich für professionellere Farbkorrekturen an. „Unscharf maskieren“ ist der einzige Filter der Scharfzeichnungsfilter mit einem Dialogfenster und entsprechenden Parametern. Wie mit dem Filter „Konturen scharfzeichnen“ wird der Kontrast der Kanten korrigiert. Zusätzlich erzeugt der Filter jedoch eine hellere und eine dunklere Linie auf beiden Seiten der Kanten.



Im oberen linken Bereich des Dialogfensters befindet sich eine Vorschau. Bewegen Sie die Maus in das Vorschaufenster. Per Drag & Drop können Sie wie gewohnt den Anzeigebereich verändern. Wenn Sie die linke Maustaste gedrückt halten, sehen Sie im Vorschaufenster das Bild ohne Anwendung des Filters. Über die Option  „Vorschau“ („Preview“) können Sie sich dich Auswirkungen des Filters jedoch auch direkt im Bild ansehen. Mit dem Stärke-Regler („Amount“) geben Sie den Wert an, um den der Kontrast erhöht werden soll. Der Radius-Regler bestimmt die Anzahl der Pixel, die die Kantenpixel umgeben und auf die sich letztendlich das Scharfzeichnen auswirken soll. Der letzte Schieberegler „Schwellenwert“ („Threshold“) legt fest, wie stark sich die scharf gezeichneten Pixel vom umliegenden Bereich unterscheiden müssen, um als Kantenpixel betrachtet zu werden. Beim Standard-Wert 0 werden alle Pixel im Bild scharf gezeichnet.

Der sechste Teil unserer Serie über Photoshop-Filter beschäftigt sich mit den Störungs- und Vergröberungsfiltern. Lernen Sie Störungen in Bildern zu entfernen oder bewusst Störungen hinzuzufügen.