Bildobjekte extrahieren Teil2


Professionelles Extrahieren von Bildobjekten
Sie sind bereits in der Lage Objekte aus einem Bild freizustellen? Doch sind Sie sich sicher, dass es nicht viel effizientere Verfahren gibt? Lernen Sie im zweiten Teil professionelle Methoden zur Freisetzung von Bildobjekten kennen.
Sie beherrschen die einfachen Schneidetechniken? Dann wird es Zeit Bildelemente wie die Profis zu extrahieren. Hierfür wollen wir uns zunächst ein mächtiges Werkzeug aus der Tool Bar genauer ansehen. Mit Hilfe des Lasso Tools können wir einen auf den Pixel genauen Auswahlrahmen um ein Bildobjekt legen. Dabei können wir zwischen drei verschiedenen Methoden wählen. Betrachten wir hierfür die Tool Bar etwas genauer:

 

Im üblichen Modus „Lasso Tool“ erreichen Sie die gewünschte Auswahl, in dem Sie mit dem Werkzeug bei gedrückter linker Maustaste um das Objekt wandern. Die Vorgehensweise erinnert an das Ausschneiden eines Bereiches auf einem Blatt Papier. Wie auf einem Blatt Papier haben Sie leider auch hier keine Möglichkeit einen Fehler beim Ausschneiden rückgängig zu machen. Um das Ausschneiden zu beenden lassen Sie einfach die linke Maustaste los. Wenn Sie nicht in der Lage sind Ihre Maus so feinfühlig zu bewegen, dann sollten Sie einen Blick auf das „Polygonal Lasso Tool“ werfen. Im Gegensatz zum ersten Verfahren legen Sie mit jeder Betätigung der linken Maustaste einen Wegpunkt an. Durch das Anlegen beliebig vieler Wegpunkte bestimmen Sie Ihren Auswahlbereich. Um das Selektieren zu beenden, bewegen Sie die Maus zum ersten Wegpunkt bis ein Kreis am Cursor erscheint und klicken erneut die linke Maustaste. Es reicht jedoch ebenso ein Doppelklick um den Auswahlbereich abzuschließen. Die dritte Vorgehensweise vereint die bereits vorgestellten Methoden. Sie können nach wie vor über einen Klick der linken Maustaste einen Wegpunkt festlegen. Das Werkzeug wird aber ebenso selbstständig versuchen einen idealen Auswahlbereich zu erlangen. Dabei orientiert sich das „Magnetic Lasso Tool“ an unterschiedliche Farbwerte im Bild unmittelbar in der Nähe der Cursorposition. Auch hier können Sie die Auswahl mit einem Doppelklick abschließen. Da jedem Anwender der Umgang mit der Maus anders liegt, eignet es sich mit den verschiedenen Verfahren etwas zu experimentieren.
Das Lasso Tool hat jedoch, wie die bereits im ersten Artikel aufgezeigten Verfahren, einen erheblichen Nachteil. Jegliche Bildinformationen der entfernten Bildbereiche gehen verloren sobald wir eine Photoshop-Session beenden. Stellen wir zu einem späteren Zeitpunkt fest, dass wir an einem Punkt zu unsauber gearbeitet und versehentlich zu viel von unserem Objekt entfernt haben, können wir lediglich mit einem erneuten Ausschneiden des Objektes beginnen.
Um dieses Problem zu umgehen eignet sich eine nicht ganz offensichtliche Vorgehensweise. Die folgende Bildbearbeitung ist nicht durch das direkte Öffnen einer Bilddatei in Photoshop möglich. Sie müssen das gesamte Bild daher zunächst kopieren und in einem neuen Photoshop-Projekt einfügen, wenn Sie sich nicht bereits in einer solchen Projekt-Umgebung befinden. Hierfür betätigen Sie den Menüeintrag „All“ unter „Select“ oder nutzen wahlweise den Shortcut „strg+a“. Nun können Sie mit dem Shortcut „strg+c“ oder aber über den Menüeintrag „Copy“ unter „Edit“ das Bild kopieren. Öffnen Sie nun in „File“ über „New“ ein neues Projekt. Die Dimensionen des Projektes entsprechen in der Regel den Pixelangaben der zuvor kopierten Bilddatei. Über den Eintrag „Paste“ im Menü „Edit“ fügen Sie das Bild zum Projekt hinzu. Das Bild besitzt nun eine eigene Ebene. Dies ist entscheidend für das weitere Vorgehen. Bevor wir zum nächsten Schritt kommen, sollten Sie die Taste „D“ auf Ihrer Tastatur betätigen, um die Vorder- und Hintergrundfarbe auf die Standardfarben Schwarz und Weiß zu setzen. Ob das Zurücksetzen der Farbwerte geklappt hat, sehen Sie im unteren Bereich der Tool Bar. Diese sollte nun wie folgt aussehen:

 

Über das Menü „Layer“ und dort unter „Add Layer Mask“ können Sie nun eine Ebenenmaske zur Bildebene hinzufügen. Dabei können Sie zwischen zwei Einträgen wählen. Mit „Reveal All“ wird das gesamte Bild vorerst sichtbar bleiben, während „Hide all“ das Bild komplett verschwinden lässt. Gehen wir nachfolgend davon aus, dass wir den Eintrag „Reveal All“ betätigt haben. Wählen Sie nun das „Brush Tool“ oder „Pencil Tool“ aus. Mit Hilfe der schwarzen Farbe können Sie nun Bildbereiche unsichtbar machen. Hierfür müssen Sie vermutlich die Vorder- und Hintergrundfarbe einmal drehen. Dies erreichen Sie über einen Klick auf den beidseitigen Pfeil rechts oberhalb der Farbwerte in der Tool Bar. Mittels weißer Farbe können Sie unsichtbare Bereiche wieder sichtbar machen. Wie bereits beim „Eraser Tool“ eignet sich das „Pencil Tool“ um einen scharfen Übergang zwischen sichtbaren und unsichtbaren Bereich zu erlangen. Über das „Brush Tool“ erzielen wir dagegen weichere Übergänge. Wiederum können Sie in der Options Bar die Stärke des gewählten Werkzeuges festlegen.
Mit einem Rechtsklick auf die entsprechende Bildebene können Sie die Ebenmaske ganz leicht deaktivieren und somit alle ausgeblendeten Bereiche wieder sichtbar machen:

 

Hierfür betätigen Sie lediglich den Eintrag „Disable Layer Mask“ des Kontextmenüs. Bei einem erneuten Aufruf des Kontextmenüs werden Sie an derselben Stelle den Eintrag „Enable Layer Mask“ zum Reaktivieren der Ebenenmaske vorfinden.