Pfade in Photoshop


Die Verwaltung von Pfaden in Photoshop
Erfahren Sie, was Pfade in Photoshop ausmachen und welche Möglichkeiten Sie mit Pfaden haben. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Pfade anlegen, speichern, verändern und transformieren.
Pfade arbeiten nach dem Vektorprinzip. Was bedeutet das? Machen wir uns das Prinzip anhand eines Beispieles klar. Stellen Sie sich vor, Sie zeichnen eine einfarbige Kurve. Beim Erstellen der Kurve durch einen Pfad benötigen wir nur sehr wenige Informationen. Dies wären zum einen der Anfangs- und Endpunkt und zum anderen mögliche Punkte, an denen die Kurve ihre Richtung ändert. Weitere gewichtete Punkte würden den genauen Verlauf der Kurve bestimmen. Zeichnen wir nun dieselbe Kurve als Pixelgrafik, so würden wir für jeden Pixel eine eigene Farbinformation benötigen. Es spielt dabei keine Rolle ob die Kurve einfarbig ist oder nicht.
Den Unterschied haben wir somit kennen gelernt. Gehen wir jedoch noch einen Schritt weiter. Was ist, wenn wir die Auflösung erhöhen? Die Pixelanzahl vervielfacht sich und unsere Pixelgrafik würde entsprechend mehr Informationen abspeichern müssen. Die Pfadkurve besteht jedoch nach wie vor aus denselben Informationen. Hier müssen lediglich die Anfangs- und Endpunkte der neuen Auflösung angepasst werden. Zudem bleibt auch die Qualität bei der Pfadkurve gleich, während wir beim Vergrößern der Pixelgrafik eine schlechte Auflösung in Kauf nehmen müssen.
So gut dies nun alles klingen mag, sind Pfade dennoch kein Allheilmittel. Pfade bzw. Vektorgrafiken vertragen sich nicht besonders mit Pixelgrafiken. Um unsaubere Ränder bei Schrägen und Kurven zu vermeiden, wird in Pixelgrafiken das so genannte Antialiasing eingesetzt. Dabei werden Pixel mit der Hintergrundgrafik vermischt um weiche Kanten zu erhalten. Bei der Umwandlung einer Pixelgrafik in einen Pfad führt Antialiasing leider zu einem schlechteren Ergebnis. Zwar können wir bei der Umwandlung durch die Angabe eines Toleranzwertes die Anpassung der Vektorlinie an die Pixelgrafik bestimmen, eine befriedigende Abbildung der Pixelgrafik erzielen wir bei Schrägen und Kurven in der Regel jedoch nicht.

Zum Erstellen eines Pfades aus einer Pixelgrafik benötigen wir zunächst eine Auswahl. Selektieren Sie den gewünschten Bereich beispielsweise mit dem Lasso-Werkzeug. Klicken Sie anschließend mit der rechten Maustaste in den Auswahlbereich. Wählen Sie im Kontextmenü den Eintrag „Make Work Path“ aus. Sie werden daraufhin nach dem besagten Toleranzwert befragt. Klicken Sie auf „OK“ um den Arbeitspfad zu erstellen. Nun können Sie Ihren Pfad noch nachträglich anpassen. Markieren Sie einen der Punkte mit dem Direct Selection Tool. Per Drag&Drop oder über die Pfeiltasten der Tastatur können Sie nun den Punkt umpositionieren. Mit Hilfe der Pfeiltasten können Sie viel genauer als mit der Maus arbeiten. Jede Betätigung einer Pfeiltaste erzeugt eine Verschiebung um einen Pixel in die entsprechende Richtung. Halten Sie zusätzlich die Shift-Taste gedrückt, können Sie eine Verschiebung um jeweils 10 Pixel vornehmen. Jeder Punkt besitzt bis zu zwei Anfasser. Durch das Verschieben eines Anfassers bestimmen Sie den Bogenverlauf zum nächsten Ankerpunkt. Verschieben Sie die Anfasser in den Punkt, wenn Sie eine gerade Linie zwischen dem aktuellen und nächsten Ankerpunkt wünschen.
Zum Hinzufügen und Löschen von Ankerpunkten verwenden Sie das Pen Tool. Die speziellen Unterwerkzeuge lassen keine Fragen offen. So dient das „Add Anchor Point Tool“ natürlich zum Hinzufügen eines Ankerpunktes, während Sie mit dem „Delete Anchor Point Tool“ einen Ankerpunkt löschen können. Mit dem Pen Tool und dem Freeform Pen Tool können Sie eigene Pfade erstellen.
Nachdem Sie den Pfadverlauf Ihren Wünschen angepasst haben, können Sie den Pfad mit einer Farbe ausfüllen oder den Pfadverlauf nachzeichnen lassen. Klicken Sie hierfür erneut mit der rechten Maustaste innerhalb des Pfadverlaufs.


Das Kontextmenü der rechten Maustaste

Über „Fill Path“ erreichen Sie ein Dialogfenster, mit dem Sie den Pfad nach Belieben mit einem Muster, der Vorder- oder Hintergrundfarbe füllen können. Unter „Stroke Path“ gelangen Sie zu einem weiteren Dialogfenster zum Nachzeichnen des Pfadverlaufs. Übrigens können Sie im gleichen Kontextmenü unter „Make Selection“ den Pfad erneut in einen Auswahlbereich transformieren.
Alle Pfade, die Sie erstellen, werden zunächst als Arbeitspfad aufgenommen. Dies ist ein temporärer Pfad. Eine Anzeige des aktuellen Pfades erhalten Sie in der Palette „path.


Die Palette „path“

Die Darstellung und Funktionalität der Palette ist ähnlich zu der Ebenen-Palette. Jeder Pfad kann über das Symbol „create new Path“ einzeln gesichert werden. Klicken Sie doppelt auf ein Vorschaubild um den Namen des jeweiligen Pfades zu editieren. Befinden sich wiederum mehrere Pfade in der Palette, so laden Sie einen gewünschten Pfad durch das Anklicken der Vorschaugrafik.