Flash optimieren


Optimierungsverfahren für Flash MX-Dateien
Lernen Sie durch viele kleine Tipps und Tricks Ihre Flashdokumente bezüglich Performance und Dateigröße zu optimieren. Angefangen bei den offensichtlichsten Aspekten bekommen Sie einen Einblick in die feinsten Details der Optimierungsmöglichkeiten.
Jeder Flash-Anwender sollte einige Grundlagen der Datei-Optimierung beherzigen, damit aus der Lust an einer Flashvorführung kein Frust durch stockende Animationen wird. Eine Optimierung kann auf zwei Ebenen erfolgen. Wir wollen an dieser Stelle vornehmlich Wert auf die Optimierung der Dateigröße legen, aber geben ebenso hin und wieder Hinweise zur Optimierung bezüglich der Performance. In Betracht auf die Dateigröße beginnt die Optimierung einer Flashdatei bei sehr offensichtlichen Elementen wie der Bild-, Video- und Soundkomprimierung. Im feineren Optimierungsbereich treffen wir auf die Unterschiede von Stift und Pinsel oder Farbverlauf und einfacher Farbfüllung.

Importierte Bild-, Sound und Videodateien haben einen gravierenden Einfluss auf die Dateigröße des Flashdokuments. Aus diesem Grund sollten Sie auf die entsprechende Optimierung der genannten Elemente besonders viel Wert legen. In Flash stehen Ihnen hierbei teilweise sehr wenige Einflussmöglichkeiten zur Verfügung. Bei der Verwendung einer Videodatei werden Sie bereits beim Import aufgefordert, die Dimension des Films und dessen Qualität anzugeben. Mit den getätigten Angaben bestimmen Sie natürlich nachhaltig die Dateigröße des Flashdokuments. Um einen geeigneten Kompromiss zwischen Qualität und Dateigröße zu finden, bleibt Ihnen keine andere Wahl, als durch Experimentieren eine passende Einstellung zu finden. Dies gilt teilweise ebenso für Audio- und Bilddateien. Entgegen dem Import bei Videodateien brauchen Sie die Komprimierungs-Einstellungen für Bild- und Audiodateien erst bei der Veröffentlichung tätigen. Die jeweiligen Optionen finden Sie daher im Menü „Datei“ unter „Einstellungen für Veröffentlichung“.

Die Veröffentlichungs-Einstellungen:


Betätigen Sie im Register „Flash“ unter Audio-Stream und Audio-Ereignis die Schaltfläche „Einstellungen“ um Einfluss auf die Wiedergabe-Optionen zu haben. Generell sollten Sie es bei dem voreingestellten MP3-Format belassen und lediglich mit den Optionen „Bitrate“ und „Qualität“ experimentieren.

Oberhalb der Audio-Einstellungen können Sie über einen Schieberegler die Standard-Komprimierung für Bilddateien bestimmen. Für die anfängliche Optimierung sollte die direkte Komprimierung der jeweiligen Dateitypen in Flash MX ausreichen. Eine entsprechend perfekte Optimierung erhalten Sie jedoch erst, wenn Sie jede einzelne Bild-, Audio- und Videodatei vor dem Import mit einem speziellen Programm optimal anpassen. Das Optimieren der Dateien außerhalb von Flash ermöglicht zum einen, jede Datei individuell zu optimieren, zum anderen besitzen spezielle Programme in der Regel viel mehr Einflussmöglichkeiten auf das entsprechende Dateiformat. So bieten viele Programme zur Nachbearbeitung von Audiodateien eine Option zur Erstellung von so genannten Loops. Der Begriff Loop (engl. Schleife) bezeichnet ursprünglich ein an beiden Enden zusammengeklebtes Stück eines Tonbandes. Heute dient es viel mehr als Synonym für ein Musikstück, dass ohne hörbare Brüche mehrmals hintereinander abgespielt werden kann. Mit einem Loop können Sie also eine Flashdatei mit einer Hintergrundmusik ausstatten, ohne die Dateigröße schwerwiegend zu steigern.
Bei Hintergrundbildern können Sie einen sehr verwandten Trick benutzen. Verwenden Sie eine kleine Grafik, die bei einem mehrfachen Aneinanderlegen keine sichtbaren Übergänge offenbart. So können Sie mit einer kleinen Grafik den gesamten Hintergrund farbig gestalten. Die vorgestellte Methode trägt jedoch erst zur Optimierung bei, wenn Sie einen generellen Grundsatz beherzigen. Jedes Objekt, das mehr als einmal in Ihrem Flashfilm vorkommt, sollten Sie in ein Symbol konvertieren und im Folgenden auch jedes Mal als solches verwenden. Natürlich wäre es noch besser, wenn Sie generell auf eine Hintergrundgrafik verzichten und stattdessen lieber einen Farbverlauf oder eine einfache Füllfarbe verwenden. Beachten Sie, dass es jedoch auch hier Unterschiede gibt. Verwenden Sie Farbverläufe lieber in Maßen. Ein Farbverlauf braucht zirka 50 Bytes mehr als eine einfache Füllfarbe und benötigt zudem mehr Zeit beim Rendering. Belassen Sie es lieber bei wenigen Schriften und Schriftschnitten, wie zum Beispiel fett und kursiv. Sie sollten stattdessen lieber einen Schrifttyp in verschiedenen Farben und Größen verwenden. Zeichnen Sie mit dem Stift, um weniger Speicherplatz zu verbrauchen. Benutzen Sie wiederum den Pinsel, wenn die erstellten Zeichnungen schneller gerendert werden sollen. Setzen Sie das Linienwerkzeug bei geraden durchgezogenen Linien ein, statt mit dem Pinsel zu zeichnen. Generell sollten Sie lieber durchgezogene Linien als Linientyp bevorzugen. Versuchen Sie komplexe  Objekte so weit wie möglich zu vereinfachen.

Ebenso sollten Sie bei der Animation einige Grundsätze beachten. So sollten Sie stets für jede Animation eine eigene Ebene verwenden und statische Elemente von Ihren Animationen trennen. Vermeiden Sie das Erstellen von Animationen mit Bitmaps. Benutzen Sie immer Tweenings statt Einzelbildanimationen.  Ersetzen Sie wiederum Alphatweenings durch Änderungen der Farbe in die Hintergrundfarbe. Bei einem schwarzen oder weißen Hintergrund können Sie stattdessen auch den Helligkeitseffekt verwenden.

Damit Sie die Auswirkungen einzelner Optimierungsvorgänge überprüfen können, stellt Ihnen Flash MX zwei Hilfsmittel zur Verfügung. Mit dem Bandbreiten-Profiler in der Animations-Vorschau können Sie eine Betrachtung der Flashdatei im Internet unter verschiedenen Verbindungsgeschwindigkeiten simulieren. Somit können Sie kritische Bereiche beim Streaming der Datei ausfindig machen und einen flüssigen Animationsablauf gewährleisten.

Der Bandbreiten-Profiler:


Zum Anzeigen des Bandbreiten-Profilers gehen Sie im Vorschau-Fenster im Menü „Ansicht“ auf den gleichnamigen Eintrag. Geben Sie im gleichen Menü unter „Download-Einstellungen“ die gewünschte Verbindungsgeschwindigkeit an, unter der Sie die Simulation durchführen wollen. Sollten die vorhandenen Verbindungsgeschwindigkeiten nicht Ihren Vorstellungen entsprechen, so können Sie im Untermenü unter „Anpassen“ die Geschwindigkeiten Ihren Wünschen angleichen. Über den Menüeintrag „Download simulieren“ oder mit Hilfe der Tastenkombination Strg + Eingabe starten Sie die Simulation. Reicht einer der grauen Balken in der rechten oberen Ansicht über die rote Linie hinaus, so müssen Daten nachgeladen werden. Die Animation setzt solange aus. Die entsprechenden Auswirkungen sollten Sie während der Simulation begutachten können. Im linken Bereich unter „Vorausladen“ sehen Sie, wie viele leere Bilder abgespielt werden müssten, damit die Animation nicht ins Stocken gerät.

Das zweite Hilfsmittel erreichen Sie über die Veröffentlichungs-Einstellungen. Aktivieren Sie im Register „Flash“ die Option „Größenbericht erstellen“. Sobald Sie das Dokument veröffentlichen, erhalten Sie in einer separaten Textdatei eine genaue Auflistung des Speicherplatzbedarfs für die einzelnen Szenen und Symbole der Flashdatei.