Zeichnen in Photoshop 1


Erstellen und bearbeiten Sie vektorbasierte Formen mit den Zeichenwerkzeugen
Lernen Sie in diesem Artikel Grundliegendes über das Zeichnen in Photoshop. In den nächsten Artikeln können Sie ihr Wissen noch vertiefen.
Zuerst möchte ich kurz darauf eingehen, dass man bei der Erstellung von Computergraphiken zwei Begriffe unterscheidet: Zeichnen und Malen. Beim Malen werden die Farben von Pixeln durch ein Malwerkzeug verändert. Dabei kann die Farbe z. B. mit scharfen Kanten, weichen Kanten oder Gradienten aufgetragen werden. Auf jeden Fall kann man einen Pinselstrich, wenn man ihn einmal gemalt hat, nicht einfach nehmen und im Bild verschieben.
Das ist beim Zeichnen aber möglich. Hier sind mehr oder weniger geometrische Figuren beteiligt, außerdem kommen Linien und Kurven dabei zur Anwendung.


Die Vorteile des Zeichnens (= Drawing):

Da die Formen objektorientiert sind, kann man sie einfach und schnell auswählen, ihre Größe verändern und bewegen (z.B. mit dem Move Tool). Zusätzlich kann man die Konturen, also den Pfad (= path), und die Attribute, wie Liniendicke, Füllfarbe oder Stil, editieren. Auch können Sie eine Auswahl an eigenen Formen erstellen und damit Bibliotheken über den Preset Manager erstellen.

Wie schon erwähnt, behalten diese gezeichneten Formen ihre klaren scharfen Kanten, egal in welcher Auflösung oder Größe – sie sind vektorbasiert. Sogar ausgedruckt, zu PDF konvertiert oder in eine vektorbasierte Graphikanwendung importiert bleiben die scharfen Konturen.


Shape layers, work paths und rasterized shapes

Ist ein Zeichenwerkzeug aktiv, findet man in der Options Leiste drei sehr wichtige Symbole. Ich möchte mit dem letzen anfangen. Wählt man „Fill pixels“, kann man rasterized shapes (dt.: gerasterte Fomen) erzeugen. Das sind keine Vektorobjekte mehr! Es wird auf diese Weise lediglich in der gerade aktiven Ebene ein Bereich mit der Vordergrundfarbe gefüllt. Einstellen kann man zwar, in welcher Weise die existierenden Bildpunkte betroffen sein sollen (Mode), wie hoch die Deckkraft sein soll (Opacity) und ob die Ränder der Form an die umliegenden Pixel angeglichen werden sollen (Anti-aliased), aber man kann eine so erstellte Form im Nachhinein nicht mehr ändern!


Die Alt-Texte lauten: “Shape layer”, “Paths”, “Fill pixels”


Ist die „Paths“ Option aktiv, kann man work paths (dt.: Arbeitspfade) erstellen. Das sind temporäre Pfade, die in der Pfade-Palette auftauchen und den Umriss einer Form bilden. Sie können z. B. als Vektormaske, Auswahl oder Beschneidungspfad verwendet werden. Natürlich kann man diese Pfade auch bearbeiten. Aber in diesem Artikel soll nicht weiter auf die Pfade eingegangen werden.

Ich möchte mich dafür ab sofort nur noch mit den shape layers beschäftigen. Es handelt sich bei shape layers übrigens um Farblayer, die mit einer Vektor Maske verknüpft sind. Daher können jederzeit schnell Änderungen am Aussehen der shape layers vorgenommen werden. Die Farbe, das Muster oder auch ein Gradient können im Farblayer geändert werden. Einfach in der Layer Palette den Layer auswählen und auf den Farblayer thumbnail doppelklicken und mit dem color picker eine neue Farbe auswählen bzw. einen Farbwert eingeben. Um einen Gradienten oder ein Muster auf einen shape layer anzuwenden, einfach auf den vector mask thumbnail doppelklicken (in der Layer Palette) und im Menü links unter „Styles“ Pattern oder Gradient anklicken und die Einstellungen nach Geschmack verändern (werden nur angezeigt, wenn entsprechender Style markiert ist – Häkchen reicht nicht!).


Die Zeichenwerkzeuge:

 
In der Toolbar zu finden, wenn man über dem Rectangle oder Pen Tool die Mousetase gedrückt hält


Zeichnet man Formen, wird normalerweise immer ein neuer Layer, der die Form enthält, erstellt. Man kann jedoch auch mehrere Formen in einem Layer zusammen bringen, indem man einfach oben in der Options Leiste „Add to shape area (+)“ auswählt (das zweite Symbol von links) oder SHIFT gedrückt hält, während man die zweite Form zieht. Benutzt man den SHIFT Shortcut, ergibt sich aber, dass der Ausgangspunkt als Mittelpunkt der neuen Form benutzt wird (siehe auch den Artikel „Die wichtigsten Shortcuts in Photoshop“).


Man hat viele Optionen zur Verfügung: „Create new shape layer“ „Add to shape area (+)“ „Subtract from shape area (-)“ „Intersect shape areas” „Exclude overlapping shape areas”


Natürlich können auch neue Formen von den bestehenden abgezogen werden. Dazu das dritte Symbol anklicken „Subtract from shape area (-)“ oder ALT gedrückt halten, während man die Form erstellt. Verwendet man den Shortcut, wird die neue Form aber automatisch quadratisch/kreisrund (siehe auch den Artikel „Die wichtigsten Shortcuts in Photoshop“).

Mit der Option „Intersect shape areas“ wird nur der Bereich der Formen ausgefüllt, wo sie sich überlappen. Mit „Exclude overlapping shape areas” wird schließlich alles ausgefüllt, das sich innerhalb der Formen befindet und sich nicht überlappt.


Wie soll die Form gefüllt werden?

Soll der Bildbereich nur mit einer Farbe ausgefüllt sein, wählt man einfach „No Style“ in der Options Leiste und klickt dann auf das Farbfeld „Color“, woraufhin sich ein Fenster öffnet, wo man eine Farbe einstellen kann.


Gerade ist „No Style“ festgelegt, doch wenn man auf den Pfeil neben „Style“ klickt, rollt sich eine Liste mit verschiedenen Styles aus


Möchte man aber einen Button erstellen oder aus einem anderen Grund den Shape-Layer mit Effekten versehen, kann man sich in der Style Palette etwas aussuchen. Doch Achtung: nur ein Bruchteil der vorgefertigten Styles ist standardmäßig zu sehen. Klicken Sie doch einfach mal auf den Pfeil, den man oben rechts in der ausgerollten Liste sieht. Im untersten Abschnitt finden Sie viele verschiedene Sets. Wenn Sie einfach eines auswählen, können Sie sich aussuchen, ob diese Styles zu den gerade angezeigten angefügt werden sollen („Append“) oder nur das neue Set anstatt den vorhandenen Styles in der Liste zu sehen sein wird („OK“). Keine Angst, es geht keiner dieser Styles veloren! Es geht hier nur darum, ob die Styles in der Liste erscheinen oder versteckt werden.

Mit den anderen Optionen, die sich hinter dem Pfeil verstecken, können Sie z. B. neue Styles laden oder das Aussehen der Liste ihren Ansprüchen anpassen. Doch das können Sie selbst mal ausprobieren und führt im Augenblick zu weit.